Wie viel Futter braucht eine Katze täglich?


06.02.2026  |  Ratgeber

Wie viel Futter braucht eine Katze täglich?

Die richtige Futtermenge ist entscheidend für die Gesundheit deiner Katze. Zu viel Futter führt zu Übergewicht mit allen negativen Folgen wie Diabetes, Gelenkproblemen und verkürzter Lebenserwartung. Zu wenig Futter führt zu Untergewicht, Nährstoffmangel und Schwächung des Immunsystems. Fast jede zweite Katze in Deutschland ist mittlerweile übergewichtig – ein alarmierendes Signal, dass viele Katzenhalter die richtige Futtermenge nicht kennen oder unterschätzen.

Doch wie viel Futter braucht eine Katze wirklich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die richtige Futtermenge hängt von vielen individuellen Faktoren ab: dem Gewicht deiner Katze, ihrem Alter, dem Aktivitätslevel, ob sie kastriert ist, ihrer Rasse und ihrem Gesundheitszustand. Was für eine 3-kg-Wohnungskatze richtig ist, kann für einen 6-kg-Maine-Coon-Freigänger völlig falsch sein.

In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir dir, wie du den Kalorienbedarf deiner Katze berechnest, welche Futtermengen für verschiedene Gewichtsklassen empfohlen werden, welche Faktoren die Futtermenge beeinflussen und wie du erkennst, ob deine Katze Idealgewicht hat. Mit praktischen Tabellen, Beispielrechnungen und Expertentipps findest du die perfekte Futtermenge für deine Samtpfote.

Kalorienbedarf berechnen: Die wichtigsten Formeln

Bevor du die konkrete Futtermenge bestimmst, musst du wissen, wie viele Kalorien deine Katze täglich benötigt. Es gibt verschiedene Berechnungsmethoden – von einfachen Faustregeln bis zu präziseren wissenschaftlichen Formeln.

Die einfache Faustregel

Die einfachste Methode basiert auf dem Körpergewicht und dem Aktivitätslevel deiner Katze:

  • 60 kcal pro kg Körpergewicht: Für Katzen mit wenig Bewegung (z.B. ältere Wohnungskatzen)
  • 70 kcal pro kg Körpergewicht: Für normal aktive Katzen (die Mehrzahl der Hauskatzen)
  • 80 kcal pro kg Körpergewicht: Für sehr aktive Katzen (junge Freigänger, sehr spielaktive Katzen)

Beispielrechnungen:

Beispiel 1 - Ruhige 3-kg-Wohnungskatze:
3 kg × 60 kcal = 180 kcal pro Tag

Beispiel 2 - Normal aktive 4-kg-Katze:
4 kg × 70 kcal = 280 kcal pro Tag

Beispiel 3 - Aktiver 5-kg-Freigänger:
5 kg × 80 kcal = 400 kcal pro Tag

Die genauere FEDIAF-Formel

Für eine präzisere Berechnung empfiehlt die FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) unterschiedliche Formeln je nach Körperkondition:

  • Normalgewichtige Katze: Körpergewicht^0,67 × 100 kcal
  • Übergewichtige Katze: Körpergewicht^0,40 × 130 kcal
  • Untergewichtige Katze: Körpergewicht^0,75 × 100 kcal

Diese Formeln berücksichtigen, dass der Energiebedarf nicht linear mit dem Gewicht steigt. Eine 6-kg-Katze braucht nicht doppelt so viel wie eine 3-kg-Katze, sondern etwas weniger.

Wann welche Formel nutzen?

  • Die Faustregel ist schnell und praktisch für den Alltag
  • Die FEDIAF-Formel ist genauer, besonders bei sehr leichten oder schweren Katzen
  • Bei Über- oder Untergewicht die entsprechende FEDIAF-Formel verwenden

Gewicht

Wenig aktiv
(60 kcal/kg)

Normal aktiv
(70 kcal/kg)

Sehr aktiv
(80 kcal/kg)

2 kg

120 kcal

140 kcal

160 kcal

3 kg

180 kcal

210 kcal

240 kcal

4 kg

240 kcal

280 kcal

320 kcal

5 kg

300 kcal

350 kcal

400 kcal

6 kg

360 kcal

420 kcal

480 kcal

7 kg

420 kcal

490 kcal

560 kcal

8 kg

480 kcal

560 kcal

640 kcal

Futtermenge berechnen: Von Kalorien zu Gramm

Du weißt jetzt, wie viele Kalorien deine Katze braucht. Aber wie viel ist das in Gramm Futter? Das hängt von der Energiedichte des Futters ab.

Energiedichte von Nass- und Trockenfutter

Die durchschnittliche Energiedichte beträgt:

  • Nassfutter: Etwa 90 kcal pro 100g (kann zwischen 70-110 kcal/100g variieren)
  • Trockenfutter: Etwa 375 kcal pro 100g (kann zwischen 350-400 kcal/100g variieren)

Wichtig: Diese Werte sind Durchschnittswerte! Die tatsächliche Energiedichte variiert je nach Hersteller und Zusammensetzung. Prüfe immer das Etikett deines spezifischen Futters für genaue Angaben.

Praktische Beispielrechnung

Beispiel: 4-kg-Katze, normal aktiv

Schritt 1 - Kalorienbedarf berechnen:
4 kg × 70 kcal/kg = 280 kcal pro Tag

Schritt 2 - In Nassfutter umrechnen:
280 kcal ÷ 90 kcal/100g = 311g Nassfutter pro Tag

Schritt 3 - In Trockenfutter umrechnen:
280 kcal ÷ 375 kcal/100g = 75g Trockenfutter pro Tag

Bei Mischfütterung (2/3 Nass, 1/3 Trocken):
186 kcal aus Nassfutter = 207g
94 kcal aus Trockenfutter = 25g
Gesamt: 207g Nass + 25g Trocken

Gewicht

Kalorienbedarf
(normal aktiv)

Nassfutter
(~90 kcal/100g)

Trockenfutter
(~375 kcal/100g)

2 kg

140 kcal

155g

37g

3 kg

210 kcal

233g

56g

4 kg

280 kcal

311g

75g

5 kg

350 kcal

389g

93g

6 kg

420 kcal

467g

112g

7 kg

490 kcal

544g

131g

8 kg

560 kcal

622g

149g

Prüfe immer das Etikett deines spezifischen Futters! Die Energiedichte kann stark variieren. Ein hochwertiges Nassfutter mit viel Fleisch kann 110 kcal/100g haben, während ein minderwertiges mit viel Gelee nur 70 kcal/100g enthält. Das macht einen großen Unterschied bei der Portionierung!

Wie viel Futter braucht eine erwachsene Katze?

Für erwachsene Katzen mit Normalgewicht gelten folgende Durchschnittswerte:

  • Nassfutter: 250-400g pro Tag
  • Trockenfutter: 35-70g pro Tag
  • Faustregel für Nassfutter: 65g pro kg Körpergewicht

Diese Werte sind jedoch nur grobe Richtwerte. Die tatsächlich benötigte Menge hängt von vielen Faktoren ab.

Unterschiede nach Lebenssituation

Freigänger vs. Wohnungskatze:

  • Freigänger verbrennen durch Bewegung, Jagen und Temperaturregulation im Freien mehr Kalorien
  • Im Winter brauchen Freigänger oft 10-20% mehr Futter als im Sommer
  • Wohnungskatzen haben einen niedrigeren Energiebedarf

Kastriert vs. Unkastriert:

  • Nach der Kastration sinkt der Kalorienbedarf um 20-30%
  • Der Stoffwechsel verlangsamt sich
  • Futtermenge muss angepasst werden, sonst droht Übergewicht!

Katzentyp

3 kg

4 kg

5 kg

6 kg

Wohnungskatze (Nass)

200g

267g

333g

400g

Wohnungskatze (Trocken)

48g

64g

80g

96g

Freigänger (Nass)

240g

320g

400g

480g

Freigänger (Trocken)

58g

77g

96g

115g

Herstellerangaben sind Richtwerte! Die Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung sind allgemeine Richtwerte. Beobachte die Körperkondition deiner Katze und passe die Menge individuell an. Manche Katzen brauchen mehr, andere weniger.

Wie viel Futter brauchen Kitten und Jungtiere?

Warum Kitten mehr Futter brauchen

Kitten befinden sich in einer intensiven Wachstumsphase und haben daher einen deutlich höheren Energiebedarf als erwachsene Katzen:

  • Wachstum erfordert viel Energie: Knochen, Muskeln und Organe entwickeln sich
  • Erhöhter Mineralstoffbedarf: Kalzium, Phosphor für Knochenaufbau
  • Mehr Protein benötigt: Für Muskelentwicklung
  • Höherer Grundumsatz: Kitten sind sehr aktiv und verspielt

Spezielles Kittenfutter ist wichtig, da es den erhöhten Nährstoffbedarf deckt. Erwachsenenfutter reicht für Kitten nicht aus!

Futtermenge nach Alter

Alter

Nassfutter

Trockenfutter

Mahlzeiten/Tag

8 Wochen

3-5 Portionsbeutel
(ca. 250-350g)

40-50g

4-5

12 Wochen

3-3,5 Beutel
(ca. 300g)

50g

4

4-5 Monate

3,5-4 Beutel
(ca. 320-350g)

65g

3-4

6-12 Monate

Nach Gewicht
(Übergang zu Erwachsenenfutter)

Nach Gewicht

2-3

Fütterungsfrequenz bei Kitten

Anders als erwachsene Katzen sollten Kitten mehrmals täglich gefüttert werden:

  • Bis 12 Wochen: 4-5 kleine Mahlzeiten täglich
  • 12 Wochen bis 6 Monate: 3-4 Mahlzeiten täglich
  • Ab 6 Monate: 2-3 Mahlzeiten täglich (Übergang zu Erwachsenenfütterung)

Kitten haben einen kleinen Magen und können nicht so viel auf einmal fressen wie erwachsene Katzen. Mehrere kleine Mahlzeiten sind daher ideal.

Kitten sollten nicht hungern! In der Wachstumsphase ist es besser, etwas mehr Futter anzubieten als zu wenig. Zu wenig Futter kann zu Wachstumsstörungen und Entwicklungsproblemen führen. Die meisten Kitten regulieren ihre Futteraufnahme von selbst und fressen nicht mehr als sie brauchen.

Futtermenge für ältere Katzen anpassen

Ab einem Alter von etwa 7-10 Jahren gelten Katzen als Senioren. Mit dem Alter verändert sich der Stoffwechsel und damit auch der Futterbedarf.

Was verändert sich im Alter?

  • Der Stoffwechsel verlangsamt sich
  • Die Aktivität nimmt ab – weniger Bewegung, mehr Schlafen
  • Die Muskelmasse nimmt ab
  • Der Energiebedarf sinkt um 10-20%

Viele ältere Katzen benötigen etwa 10-20% weniger Futter als in jungen Jahren. Eine 5-kg-Katze, die früher 350 kcal brauchte, kommt im Alter vielleicht mit 280-315 kcal aus.

Spezielles Senior-Futter sinnvoll?

Ja! Senior-Futter ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Katzen abgestimmt:

  • Reduzierter Kalorien- und Fettgehalt (gegen Übergewicht)
  • Erhöhter Proteingehalt (gegen Muskelabbau)
  • Zusatz von Gelenkunterstützenden Nährstoffen (Glucosamin, Chondroitin)
  • Reduzierter Phosphorgehalt (schont die Nieren)
  • Leichter verdaulich

Bei Gewichtsverlust im Alter nicht einfach mehr füttern! Gewichtsverlust bei älteren Katzen kann ein Zeichen für ernsthafte Erkrankungen sein (Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Krebs). Lass deine Seniorkatze regelmäßig (mindestens einmal jährlich) tierärztlich untersuchen.

Diese Faktoren beeinflussen den Futterbedarf

Die richtige Futtermenge ist keine feste Zahl, sondern hängt von vielen Faktoren ab. Hier sind die wichtigsten Einflussfaktoren im Detail.

Kastration/Sterilisation

Die Kastration hat einen erheblichen Einfluss auf den Stoffwechsel:

  • Nach der Kastration sinkt der Kalorienbedarf um 20-30%
  • Der Grundumsatz verlangsamt sich durch veränderte Hormonproduktion
  • Kastrierte Katzen neigen stärker zu Übergewicht
  • Die Futtermenge muss nach der Kastration angepasst werden!

Viele Katzenhalter füttern nach der Kastration weiter wie zuvor – das führt fast zwangsläufig zu Übergewicht. Reduziere die Futtermenge um etwa 20-30% oder wechsle zu kalorienreduziertem Futter für kastrierte Katzen.

Aktivitätslevel

Wie aktiv ist deine Katze?

  • Sehr aktiv: Junge Katzen, Freigänger, spielaktive Katzen – 80 kcal/kg
  • Normal aktiv: Durchschnittliche Hauskatzen – 70 kcal/kg
  • Wenig aktiv: Ältere, ruhige Wohnungskatzen – 60 kcal/kg

Freigänger haben im Winter oft einen höheren Energiebedarf als im Sommer, da sie mehr Energie für die Temperaturregulation benötigen.

Rasse und Größe

Verschiedene Rassen haben unterschiedliche Stoffwechselraten und Größen:

  • Große Rassen (Maine Coon, Ragdoll, Norwegische Waldkatze): Können 6-10 kg wiegen, brauchen entsprechend mehr Futter
  • Kleine Rassen (Singapura, Devon Rex): Nur 2-4 kg, brauchen weniger Futter
  • Stoffwechsel-Unterschiede: Manche Rassen haben einen schnelleren Stoffwechsel (z.B. Siamkatzen), andere einen langsameren

Gesundheitszustand

Der Gesundheitszustand beeinflusst den Futterbedarf erheblich:

  • Kranke Katzen: Individuell sehr unterschiedlich – immer Tierarzt konsultieren!
  • Trächtige Katzen: Benötigen im letzten Drittel der Trächtigkeit bis zu 50% mehr Futter
  • Säugende Katzen: Bis zu 2-3x mehr Futter als normal (je nach Wurfgröße!)
  • Rekonvaleszenz: Nach Operationen oder Krankheiten oft erhöhter Bedarf

Faktor

Auswirkung auf Futtermenge

Kastration

-20% bis -30%

Freigänger

+15% bis +25%

Senior (ab 7-10 Jahre)

-10% bis -20%

Trächtig (letztes Drittel)

+50%

Säugend

+100% bis +200%

Winter (Freigänger)

+10% bis +15%

Hat meine Katze Idealgewicht? So erkennst du es

Wichtiger als die Gramm-Angaben auf der Waage ist die Körperkondition deiner Katze. Der Body Condition Score (BCS) hilft dir, das Idealgewicht zu erkennen.

Der Body Condition Score (BCS)

Der BCS ist ein System zur Beurteilung der Körperkondition. Es gibt 5-Punkte-Skalen (1-5) oder 9-Punkte-Skalen (1-9), wobei die Mitte jeweils Idealgewicht bedeutet. Die Beurteilung erfolgt visuell und durch Abtasten.

Idealgewicht erkennen

Eine Katze mit Idealgewicht (BCS 3/5 oder 5/9) zeigt folgende Merkmale:

  • Abtasten: Die Rippen sind mit leichtem Druck tastbar unter einer kleinen Fettschicht
  • Von oben betrachtet: Leichte Taille erkennbar, die Seitenlinien verlaufen relativ gerade
  • Von der Seite betrachtet: Leichte Baucheinziehung hinter den Rippen sichtbar
  • Kein übermäßiges Fett an Bauch, Brust oder Rücken

Übergewicht erkennen

Bei Übergewicht (BCS 4-5/5 oder 6-9/9) zeigen sich folgende Anzeichen:

  • Abtasten: Rippen sind schwer oder gar nicht tastbar aufgrund einer dicken Fettschicht
  • Von oben betrachtet: Keine Taille erkennbar, Körper wirkt bauchig oder sogar breit
  • Von der Seite betrachtet: Hängebauch sichtbar, keine Baucheinziehung
  • Deutliche Fettschichten an Bauch, Brust und über dem Schwanzansatz

Fast jede zweite Katze in Deutschland ist zu dick! Übergewicht ist kein rein ästhetisches Problem, sondern eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Es erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme, Harnwegserkrankungen und verkürzt die Lebenserwartung um durchschnittlich 2 Jahre.

Untergewicht erkennen

Bei Untergewicht (BCS 1-2/5 oder 1-4/9) sind folgende Merkmale sichtbar:

  • Abtasten: Rippen, Wirbelsäule und Beckenknochen sind leicht sichtbar, kein Fett tastbar
  • Von oben betrachtet: Starke Taille, die Körperform wölbt sich nach innen
  • Von der Seite betrachtet: Starke Baucheinziehung, knochige Erscheinung
  • Wirbelsäule und Hüftknochen deutlich sichtbar

Untergewicht kann auf Krankheiten, Parasiten, Stress oder minderwertiges Futter hinweisen. Bei Untergewicht immer den Tierarzt konsultieren!

Bei Unsicherheit: Bitte deinen Tierarzt, die Körperkondition deiner Katze einzuschätzen. Tierärzte sind darin geschult und können dir zeigen, worauf du achten musst.

Die 7 häufigsten Fütterungsfehler (und wie du sie vermeidest)

Fehler 1: Ad-libitum-Fütterung

Problem: Viele Besitzer bieten ihren Katzen rund um die Uhr Futter an (ad libitum). Die Katze kann essen, so viel und so oft sie möchte. Das führt bei den meisten Katzen zu unkontrollierter Aufnahme und Übergewicht.

Lösung: Feste Portionen zu festen Zeiten. Miss die Tagesportion genau ab und füttere 2-3 Mahlzeiten täglich. So behältst du die Kontrolle über die aufgenommene Menge.

Fehler 2: Nur 10 kcal zu viel täglich

Problem: Der wichtigste Punkt wird oft unterschätzt: Wenn deine Katze täglich auch nur 10 Kilokalorien mehr aufnimmt als sie verbraucht, macht das nach einem Jahr 3650 Kilokalorien – und die bilden ein ganzes Pfund Körperfett! Bei einer 4-kg-Katze ist das ein erheblicher Anteil des Körpergewichts.

Lösung: Gewicht regelmäßig kontrollieren (monatlich), bei Zunahme sofort die Futtermenge leicht reduzieren (10-20g Schritte).

Fehler 3: Herstellerangaben blind folgen

Problem: Die Angaben auf der Futterverpackung sind allgemeine Richtwerte, nicht individuelle Empfehlungen. Deine Katze kann mehr oder weniger brauchen.

Lösung: Herstellerangaben als Ausgangspunkt nutzen, dann die Körperkondition beobachten und entsprechend anpassen. Die Rippen und die Taille deiner Katze sind wichtiger als die Gramm-Angabe auf der Packung!

Fehler 4: Leckerlis nicht einrechnen

Problem: Leckerlis enthalten versteckte Kalorien, die oft nicht in die Tagesration eingerechnet werden. 10 Leckerlis können schnell 50-100 kcal ausmachen!

Lösung: Leckerlis sollten maximal 10% der Tageskalorien ausmachen. Bei vielen Leckerlis die Hauptfuttermenge entsprechend reduzieren. Verwende alternativ kleine Stücke des Hauptfutters als Leckerli.

Fehler 5: Minderwertiges Futter

Problem: Ein minderwertiges Futter mit viel Getreide, Zucker und wenig Fleisch führt zu schlechter Akzeptanz und unzureichender Nährstoffversorgung. Die Katze frisst mehr, um ihren Bedarf zu decken, nimmt aber dennoch nicht alle nötigen Nährstoffe auf.

Lösung: Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil (mindestens 60%), ohne Getreide und Zucker. Qualität vor Quantität – hochwertiges Futter sättigt besser und versorgt die Katze optimal.

Fehler 6: Zu schnelle Futterumstellung

Problem: Eine plötzliche Futterumstellung führt zu Verdauungsproblemen, Durchfall oder Verweigerung des neuen Futters.

Lösung: Langsame Umstellung über 10-14 Tage: Täglich den Anteil des neuen Futters erhöhen und das alte reduzieren (z.B. 90/10, 80/20, 70/30 usw.).

Fehler 7: Futterneid bei mehreren Katzen ignorieren

Problem: In Mehrkatzenhaushalten frisst oft eine Katze zu viel und die andere zu wenig, weil die dominante Katze beide Näpfe kontrolliert.

Lösung: Separate Fütterung in verschiedenen Räumen oder mit zeitlichem Abstand. Füttere die dominante Katze zuerst in einem Raum, dann die andere in einem anderen Raum. So hat jede Katze ihre Ruhe beim Fressen.

Futtermenge richtig anpassen

Wann die Futtermenge anpassen?

In diesen Situationen musst du die Futtermenge neu berechnen:

  • Bei Gewichtsveränderung (mehr als 5% des Körpergewichts)
  • Nach der Kastration (20-30% weniger!)
  • Bei Aktivitätswechsel (z.B. vom Freigänger zur reinen Wohnungskatze)
  • Beim Übergang ins Seniorenalter
  • Bei Krankheit oder nach Genesung
  • Bei Trächtigkeit oder beim Säugen
  • Nach Futterwechsel (andere Energiedichte)

Wie anpassen?

Änderungen der Futtermenge sollten immer schrittweise erfolgen:

  • In kleinen Schritten: 10-20g bei Nassfutter, 5-10g bei Trockenfutter
  • Über 1-2 Wochen verteilen
  • Körperkondition wöchentlich abtasten
  • Gewicht wöchentlich kontrollieren
  • Bei Bedarf weiter anpassen

Abnehmen bei Übergewicht

Wenn deine Katze übergewichtig ist, beachte Folgendes:

  • Nicht zu schnell! Maximal 1-2% des Körpergewichts pro Woche verlieren
  • Berechne den Kalorienbedarf für das Zielgewicht, nicht das aktuelle Gewicht
  • Verwende sättigendes, kalorienarmes Futter (hoher Ballaststoffgehalt)
  • Erhöhe die Bewegung durch Spiel (2-3x täglich 10-15 Minuten)
  • Hab Geduld – gesundes Abnehmen dauert Monate, nicht Wochen!
  • Bei stark übergewichtigen Katzen: Tierärztliche Begleitung empfohlen

Katzen dürfen niemals fasten oder zu schnell abnehmen! Bei zu schnellem Gewichtsverlust droht eine lebensgefährliche Leberverfettung (hepatische Lipidose). Maximal 1-2% des Körpergewichts pro Woche sind sicher.

Zunehmen bei Untergewicht

Bei untergewichtigen Katzen vorgehen wie folgt:

  • Erst zum Tierarzt! Untergewicht kann Symptom ernsthafter Erkrankungen sein (Würmer, Schilddrüsenüberfunktion, Krebs, Niereninsuffizienz)
  • Kalorienreiches, hochwertiges Futter anbieten
  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen
  • Stress reduzieren (ruhige Futterplätze, keine Konkurrenz)
  • Bei Futterneid: Separate Fütterung sicherstellen

Führe ein Fütterungstagebuch! Notiere täglich die gefütterte Menge, besondere Vorkommnisse und wöchentlich das Gewicht. So erkennst du Trends frühzeitig und kannst schnell reagieren.

Praktische Tipps für die tägliche Fütterung

Neben der richtigen Menge sind auch diese praktischen Aspekte wichtig:

  • Feste Fütterungszeiten einhalten (Katzen sind Gewohnheitstiere)
  • Mehrere kleine Mahlzeiten besser als wenige große (2-3x täglich)
  • Ruhiger Futterplatz, NICHT neben dem Katzenklo!
  • Napf nach Mahlzeit entfernen (bei Nassfutter, max. 1-2 Stunden)
  • Frisches Wasser immer verfügbar (mehrere Wasserstellen)
  • Regelmäßige Gewichtskontrolle (monatlich wiegen)
  • Körperkondition wöchentlich abtasten (Rippen, Taille)
  • Futterwaage verwenden für genaue Portionierung
  • Messbecher verwenden (nicht „nach Gefühl" füttern)
  • Leckerlis von der Tagesration abziehen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel Gramm Futter braucht eine Katze pro Tag?

Das hängt vom Gewicht, Aktivitätslevel und der Futterart ab. Als Faustregel gilt: Eine 4-kg-Katze mit normalem Aktivitätslevel benötigt etwa 280 Kilokalorien täglich. Das entspricht etwa 310g Nassfutter oder 75g Trockenfutter. Die genaue Menge variiert je nach Energiedichte des spezifischen Futters.

Wie berechne ich die richtige Futtermenge für meine Katze?

Schritt 1: Kalorienbedarf berechnen (Körpergewicht × 70 kcal für normal aktive Katzen)
Schritt 2: Energiedichte des Futters prüfen (steht auf der Verpackung)
Schritt 3: Futtermenge berechnen (Kalorienbedarf ÷ kcal pro 100g × 100)
Schritt 4: An individuelle Faktoren anpassen (Kastration, Alter, Aktivität)

Wie oft sollte ich meine Katze am Tag füttern?

Erwachsene Katzen sollten 2-3 Mahlzeiten täglich bekommen. Kitten benötigen mehr Mahlzeiten: 4-5x täglich bis 12 Wochen, 3-4x täglich bis 6 Monate. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als eine große, da Katzen von Natur aus mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt fressen würden.

Kann meine Katze zu viel fressen?

Ja! Die meisten Katzen regulieren ihre Futteraufnahme nicht optimal. Bei ad-libitum-Fütterung (Futter steht immer zur Verfügung) neigen viele Katzen zu Überfressen, besonders kastrierte und wenig aktive Katzen. Fast jede zweite Katze in Deutschland ist übergewichtig. Kontrollierte Portionierung mit festen Fütterungszeiten ist daher wichtig.

Wie erkenne ich, ob meine Katze zu dick oder zu dünn ist?

Nutze den Body Condition Score: Idealgewicht: Rippen mit leichtem Druck tastbar, leichte Taille von oben sichtbar. Übergewicht: Rippen nicht tastbar, keine Taille, Hängebauch. Untergewicht: Rippen sichtbar, starke Taille, Wirbelsäule deutlich erkennbar. Bei Unsicherheit frag deinen Tierarzt um eine Einschätzung.

Brauchen kastrierte Katzen weniger Futter?

Ja! Nach der Kastration sinkt der Kalorienbedarf um 20-30%, da sich der Stoffwechsel verlangsamt. Die Futtermenge muss entsprechend reduziert werden, sonst droht Übergewicht. Eine 4-kg-Katze, die vor der Kastration 280 kcal brauchte, benötigt danach nur noch etwa 200-225 kcal. Viele Hersteller bieten spezielles Futter für kastrierte Katzen an.

Wie viel Futter braucht ein Kitten?

Kitten haben aufgrund des Wachstums einen deutlich höheren Energiebedarf als erwachsene Katzen. Mit 12 Wochen benötigen sie etwa 300g Nassfutter oder 50g Trockenfutter täglich, verteilt auf 4 Mahlzeiten. Mit 4-5 Monaten sind es etwa 320-350g Nassfutter oder 65g Trockenfutter. Die Menge steigt mit dem Gewicht des Kittens.

Soll ich meiner Katze immer Futter zur Verfügung stellen?

Nein! Ad-libitum-Fütterung (Futter steht rund um die Uhr zur Verfügung) führt bei den meisten Katzen zu Übergewicht. Besser sind 2-3 feste Mahlzeiten täglich mit kontrollierten Portionen. So behältst du die Übersicht über die aufgenommene Menge und kannst bei Gewichtsveränderungen schnell reagieren. Nur bei sehr wählerischen oder untergewichtigen Katzen kann ad-libitum-Fütterung sinnvoll sein.

Fazit: Die richtige Futtermenge individuell bestimmen

Die Frage „Wie viel Futter braucht meine Katze?" hat keine pauschale Antwort. Die richtige Menge hängt von vielen individuellen Faktoren ab – Gewicht, Alter, Aktivität, Kastrationsstatus, Rasse und Gesundheitszustand spielen alle eine Rolle.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Berechne den Kalorienbedarf als Ausgangspunkt (70 kcal/kg für normal aktive Katzen)
  • Berücksichtige die Energiedichte deines Futters (Nassfutter ~90 kcal/100g, Trockenfutter ~375 kcal/100g)
  • Eine 4-kg-Katze benötigt durchschnittlich etwa 280 kcal = 310g Nass oder 75g Trocken
  • Nach Kastration 20-30% weniger Futter, bei Senioren 10-20% weniger
  • Die Körperkondition ist wichtiger als Gramm-Angaben – taste Rippen und Taille regelmäßig ab
  • Häufigster Fehler: Nur 10 kcal täglich zu viel = 1 Pfund Fett pro Jahr!
  • Bei Kitten mehr Futter aufgrund des Wachstums, bei Senioren weniger
  • Vermeide ad-libitum-Fütterung – feste Portionen zu festen Zeiten

Unser Tipp: Nutze die Berechnungen als Ausgangspunkt, beobachte dann die Körperkondition deiner Katze und passe die Menge individuell an. Kontrolliere monatlich das Gewicht und taste wöchentlich Rippen und Taille ab. Bei Unsicherheit oder gesundheitlichen Problemen konsultiere immer deinen Tierarzt. Mit der richtigen Futtermenge legst du den Grundstein für ein langes, gesundes Katzenleben!

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Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen, starkem Über- oder Untergewicht oder Unsicherheiten bei der Fütterung solltest du immer deinen Tierarzt konsultieren. Besonders bei Erkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder nach Operationen ist professionelle Beratung zur Fütterung unerlässlich.

Über den Autor


Sascha Huber

Meine Frau und ich hatten bereits in unserer Kindheit Katzen und wir haben vereinbart, dass wir uns auch zwei Katzen holen werden, wenn wir nichtmehr in unserer Dachgeschosswohnung wohnen. In 2025 haben wir daher zwei Katzen adoptiert. Kiki (4 Jahre) kommt aus Kroatien und Bella (6 Monate) wurde in Würzburg auf der Straße gefunden. Nun leben beide bei uns und verstehen sich (meistens) ganz gut.



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